Wie sieht eine Polizei aus, die das Vertrauen der Menschen stärkt? Wie können Sicherheitsbehörden demokratischer, transparenter und bürger:innennäher werden? Und warum lohnt es sich, darüber nicht nur innerhalb der Polizei, sondern gemeinsam mit der Gesellschaft zu diskutieren?
Mit diesen Fragen im Gepäck war BetterPolice e.V. Ende April beim taz lab 2026 in Berlin vertreten.
Das taz lab zählt zu den bekanntesten gesellschaftspolitischen Debattenforen Deutschlands. Jedes Jahr kommen dort Menschen aus Politik, Wissenschaft, Medien, Kultur, Aktivismus und Zivilgesellschaft zusammen, um über die großen Fragen unserer Zeit zu diskutieren. Für uns war die Teilnahme deshalb eine besondere Gelegenheit, unsere Perspektiven einzubringen und vor allem zuzuhören.
Viele Gespräche, viele Perspektiven
Am Stand von BetterPolice kamen wir mit einer Vielzahl von Besucher:innen ins Gespräch. Einige wollten mehr über unsere Arbeit erfahren, andere berichteten von eigenen Erfahrungen mit Polizei und Sicherheitsbehörden. Wieder andere interessierten sich für konkrete Reformideen oder wollten wissen, wie sich aktive Polizeibeamt:innen für Veränderungen innerhalb ihrer Institution einsetzen können.
Besonders häufig wurde deutlich, dass viele Menschen ähnliche Fragen bewegen: Wie kann Vertrauen in staatliche Institutionen gestärkt werden? Welche Rolle spielen Transparenz und Fehlerkultur? Wie gelingt es, Sicherheit und Bürgerrechte gleichermaßen zu schützen? Und wie kann die Polizei den gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten?
Gerade diese Offenheit für den Dialog hat uns beeindruckt.
Polizeireformen sind kein Nischenthema
Wer glaubt, Polizeikultur sei ein Thema, das nur Polizist:innen betrifft, wurde auf dem taz lab schnell eines Besseren belehrt. Die Gespräche zeigten, dass viele Menschen ein großes Interesse daran haben, wie Polizei arbeitet, welche Herausforderungen sie bewältigen muss und wie sie sich weiterentwickeln kann.
Dabei ging es keineswegs um einfache Antworten oder pauschale Kritik. Im Gegenteil: Viele Besucher:innen äußerten den Wunsch nach einer Polizei, die professionell, rechtsstaatlich und handlungsfähig ist – gleichzeitig aber auch offen für Selbstreflexion, Kritik und gesellschaftlichen Austausch bleibt.
Genau an dieser Schnittstelle bewegt sich BetterPolice.
Warum solche Veranstaltungen wichtig sind
Für uns war das taz lab weit mehr als eine Möglichkeit, unseren Verein vorzustellen. Es war ein Ort der Begegnung. Ein Ort, an dem Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen miteinander ins Gespräch kommen konnten, die sich im Alltag wahrscheinlich nie begegnet wären.
Die Vielzahl der Gespräche, die positive Resonanz und das große Interesse an unseren Themen haben uns gezeigt, dass reformorientierte Stimmen aus Polizei und Zivilgesellschaft gebraucht werden. Nicht als Gegenspieler, sondern als Gesprächspartner.
Denn eine demokratische Polizei entsteht nicht hinter verschlossenen Türen. Sie entwickelt sich im Austausch mit der Gesellschaft, die sie schützt.
Mit neuer Motivation zurück
Am Ende des Tages waren sämtliche Informationsmaterialien verteilt, zahlreiche neue Kontakte geknüpft und viele Ideen für zukünftige Kooperationen entstanden.
Wir nehmen aus Berlin vor allem eines mit: Das Interesse an einer modernen, demokratischen und menschenrechtsorientierten Polizeiarbeit ist groß. Und der Wunsch nach konstruktivem Dialog ist größer, als manche vielleicht vermuten würden.
Deshalb werden wir auch künftig dort präsent sein, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen – und uns dafür einsetzen, Brücken zwischen Polizei, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu bauen.
Wir bedanken uns bei allen Besucher:innen, Gesprächspartner:innen und Organisator:innen des taz labs für die vielen spannenden Begegnungen und freuen uns auf die Fortsetzung der Gespräche.