Wir entwickeln Lehrmaterialien, Faktenchecks und Analysen zu Polizeiarbeit, Grundrechten und demokratischer Sicherheit. Denn: Eine informierte Öffentlichkeit ist die Grundlage für Veränderung.
Wir schaffen Räume für Begegnung – ob in Workshops, Podien oder digitalen Formaten. Wir bringen Betroffene, Polizei, Politik und Zivilgesellschaft zusammen: Für mehr Verständnis und echte Beteiligung.
Wir erarbeiten Impulse und Konzepte zu einer neuen Definition von Sicherheit und Freiheit. Wir mischen uns ein und fragen kritisch: Welche Rolle soll die Polizei künftig in einer gerechten Gesellschaft spielen?
Prof. Dr. Daniela Hunold ist Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Empirische Polizeiforschung und Direktorin des Instituts für private und öffentliche Sicherheit an der HWR Berlin.
“Die Polizei gibt es noch nicht lange und sie hatte zu Beginn Aufgaben, die wir heute nicht mehr so unterstreichen würden. Sie ist eine Organisation, die wir nicht als gegeben ansehen müssen. Tatsächlich werden die Arbeit und die Maßnahmen der Polizei aber wenig hinterfragt, auch die rechtlichen Voraussetzungen für Polizeiarbeit werden selten hinterfragt, sondern es wird eher dafür geworben, dass rechtliche Voraussetzungen erweitert werden.”
Prof. Dr. Daniela Hunold, Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Empirische Polizeiforschung und Direktorin des Instituts für private und öffentliche Sicherheit an der HWR Berlin. Sie forscht seit 20 Jahren zu Polizei in Deutschland mit den Schwerpunkten Diversität, Diskriminierung, Polizeikultur, Protest Policing sowie Gewalt- und Stadtforschung. Hierbei nimmt sie meist eine machtkritische Perspektive ein und ist deshalb jemand, die die Polizei zwar kritisch-reflektierend, aber institutionell ernsthaft weiterdenken will.
Holger ist seit 32 Jahren im Dienst der Landespolizei Baden-Württemberg. Nach langjähriger Tätigkeit in den Bereichen Jugend- und Rauschgiftkriminalität ist er heute in der Einstellungsberatung tätig. Privat engagiert er sich unter anderem in der Flüchtlingshilfe.
„Die rechtsextremen Tendenzen innerhalb der Polizei erschüttern mich zutiefst. Zwar bilden die demokratisch Denkenden in meiner Dienststelle glücklicherweise die deutliche Mehrheit, doch ich spüre, wie verfassungsfeindliche Strömungen durch eine falsch verstandene und einseitige Toleranz im Kollegenkreis zunehmen. Wir als Polizist*innen stehen in der Pflicht, unsere wehrhafte Demokratie aktiv zu verteidigen.“
Holger ist seit 32 Jahren im Dienst der Landespolizei Baden-Württemberg. Nach langjähriger Tätigkeit in den Bereichen Jugend- und Rauschgiftkriminalität ist er heute in der Einstellungsberatung tätig. Privat engagiert er sich in der Flüchtlingshilfe, als Fußballtrainer und ist parteilos in der Kommunalpolitik aktiv. Bei BetterPolice unterstützt er das Integrationsteam. Sein Ziel ist es, Kolleg*innen zu stärken, die sich bei den Themen demokratische Werte, Rassismus, Sexismus und Frauenrechte allein gelassen fühlen.“
Bahar ist Lehrerin und Dozentin und arbeitet zu institutionellem Rassismus, besonders in der Polizei. Sie bringt konsequent die Perspektive von Rassismus betroffenen Menschen ein und stärkt bei BetterPolice die kritische, grundrechtsorientierte Auseinandersetzung mit Sicherheitsbehörden.
„Sich für eine bessere Polizei einzusetzen heißt für mich, den Rechtsstaat ernst zu nehmen: Eine Polizei, die institutionellen Rassismus anerkennt, aufarbeitet und strukturell verändert, stärkt das Vertrauen der Menschen, die ihren Schutz am dringendsten brauchen. Dafür müssen wir kritische Expertise, Erfahrungswissen und konkrete Veränderungsvorschläge zusammenführen“
Bahar Aslan ist ausgebildete Lehrerin für Englisch und Sozialwissenschaften und Dozentin an einer Universität in Nordrhein-Westfalens. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Schule, Hochschule und Zivilgesellschaft und ist in der rassismuskritischen Bildungsarbeit aktiv. Zuvor war sie in der Aus- und Fortbildung von Polizeibediensteten tätig.
In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit institutionellem Rassismus und den Folgen für das Vertrauen in staatliche Institutionen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Polizei sowie auf der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex und rechten Strukturen.
Clara ist Chemikerin und zivilgesellschaftlich für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben in einer intakten Umwelt aktiv. Sie glaubt, dass alle Menschen fähig sind, gut zu sein und einander zu stützen – das gilt auch für Polizist*innen.
“Ich glaube, dass Konflikte gewaltfrei gelöst werden können. Für ein friedliches Zusammenleben braucht es keine bewaffneten uniformierten Einheiten. Menschen können miteinander sprechen, wenn Alle den Wert und die Würde jedes Einzelnen sehen. Ich glaube, dass wir keine Polizei brauchen, wenn wir unsere Art des Zusammenlebens grundlegend reformieren. Der erste Schritt dahin kann sein, die existierende Polizei zu reformieren: Zu einer Gruppe Menschen, die die Würde jedes Menschen schützt und Menschenrechte auch dort verteidigt, wo Machthabende es nicht tun.”
Clara ist Chemikerin und zivilgesellschaftlich für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben in einer intakten Umwelt aktiv. Sie glaubt, dass alle Menschen fähig sind, Gut zu sein und einander zu stützen. Das gilt auch für Polizist*innen, die in einem System stecken, das Menschen schadet. Netzwerkarbeit und viel Dialog können dieses System aufbrechen – rassistische und demokratiegefährdende Strukturen darin beseitigen.
Reinhold war 37 Jahre mit großer Leidenschaft Berufsfeuerwehrmann und Rettungsassistent in München. Bei BetterPolice setzt er sich für Empowerment von Einsatzkräften ein, die wegen ihres demokratischen, antirassistischen oder feministischen Engagements unter Druck geraten.
„Gerade jetzt sind wir darauf angewiesen, diejenigen Stimmen in der Polizei und in anderen Behörden und Sicherheitsorganisationen zu unterstützen und mit einem solidarischen Netzwerk zu versorgen, die existentiell für unsere Demokratie sind. Sich autoritären Strukturen entgegenzustellen braucht Mut und Kraft und das kann man in Gemeinschaft besser aufbringen.“
Reinhold war 37 Jahre mit großer Leidenschaft Berufsfeuerwehrmann und Rettungsassistent in München. Er hat mitgeholfen, dort eine leistungsstarke Einsatznachsorge aufzubauen. Die Belange und der Schutz von Einsatzkräften sind ihm ein Anliegen. Bei BetterPolice setzt er sich für Empowerment von Einsatzkräften ein, die wegen ihres demokratischen, antirassistischen oder feministischen Engagements unter Druck geraten.
Vera ist Sozialwissenschaftlerin und Kriminologin und seit Jahrzehnten in der Sozialen Arbeit aktiv. Mit ihren Erfahrungen aus Kooperation und Konflikt mit der Polizei setzt sie sich bei BetterPolice für eine gewaltfreie, respektvolle und möglichst machtarme Kommunikation zwischen Polizei und Bürger*innen ein.
“Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Polizistinnen und Polizisten gemacht und ich habe sehr schlechte Erfahrungen durch unangemessene verbale und körperliche Gewaltanwendung von Polizistinnen und Polizisten gemacht. Mein Anliegen ist eine gewaltfreie, respektvolle und nicht machtgeprägte Kommunikation und Interaktion zwischen Polizei und Zivilgesellschaft.“
Vera ist Sozialwissenschaftlerin und Kriminologin und seit über 40 Jahren in verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit tätig. Sowohl beruflich als auch privat – Vera ist Unterstützerin der ehemals Letzten Generation, jetzt Neuen Generation – erlebte sie immer wieder sowohl Kooperationen mit der Polizei als auch Konfrontationen.
Julia ist Kriminalkommissarin in Berlin und beschäftigt sich intensiv mit rechtsstaatlichen Prinzipien und der Rolle der Polizei als sichtbare Vertreterin des Staates. Bei BetterPolice tritt sie für eine Polizei ein, die alle Menschen schützt und sich klar an demokratischen Grundsätzen orientiert.
“Die Polizei darf in ihrem Handeln nicht über den rechtsstaatlichen Prinzipien einer Demokratie stehen – insbesondere, da sie im Alltag für viele Menschen oft die greifbarste Vertreterin des Staates ist. Ich will eine Polizei für alle Menschen in diesem Land- keine, von der sich nur bestimmte Gruppen geschützt fühlen können.”
Julia ist Kriminalbeamtin. Vor Beginn ihres Studiums bei der Polizei Berlin hat sie unter anderem in der Notfallmedizin sowie einige Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung gearbeitet. Wie die Polizei mit Menschen in psychischen Notsituationen umgeht, ist Julia bei BetterPolice auch deshalb ein besonderes Anliegen.
Marilén ist Menschen- und Tierrechtsaktivistin. Sie ist eine queere Romnja und spricht sich laut gegen rassistische Polizeigewalt aus. 2023 wurde Marilén von Bundeskanzler Olaf Scholz für ihr Engagement als GermanDream-Wertebotschafterin geehrt.
„Verrate uns nicht. Gehorche und sei still – das war die Erwartung und ich habe mich jeden Tag dagegen entschieden. Durch das Erstarken von Rechtsradikalen (auch innerhalb der Polizei) und die zunehmende Gefahr für unsere Demokratie sollte zivilgesellschaftliches Engagement bei der Polizei nicht nur erlaubt, sondern als dringend nötig angesehen werden. Nicht eine Uniform verleiht Haltung, unsere Fähigkeit zu moralischem Handeln steckt in uns.“
Marilén ist Menschen- und Tierrechtsaktivistin. Sie demonstriert, solidarisiert sich mit allen marginalisierten Personengruppen als selbst Betroffene. Sie ist eine queere Romnja und spricht sich laut gegen rassistische Polizeigewalt aus. 2023 wurde Marilén von Bundeskanzler Olaf Scholz für ihr Engagement als GermanDream-Wertebotschafterin geehrt. Nur kurz darauf wurde sie nach ihrem abgeschlossenen Bachelor-Studium bei der Polizei Niedersachsen einen Tag vor ihrer Ernennung zur Polizeikommissarin mit einem Disziplinar- und Entlassungsverfahren überrascht und wurde nicht ernannt. Mit den psychischen und rechtlichen Folgen kämpft sie bis heute.
Paul war Bundespolizist, hat Jura studiert und befindet sich derzeit im Rechtsreferendariat in Berlin. Er setzt sich bei BetterPolice für Rechtsstaatlichkeit, Hinweisgeberschutz und eine Polizei mit funktionierender Fehlerkultur und echter Transparenz ein.
„Die Polizei übt das staatliche Gewaltmonopol aus. Die damit einhergehenden Befugnisse können tief in die Grundrechte von Menschen eingreifen. Zum Schutz aller ist daher eine positive und funktionierende Fehlerkultur in der Polizei für mehr Rechtsstaatlichkeit unbedingt nötig. Um sich zeitgemäß weiterentwickeln zu können, muss die Polizei sich insgesamt für ihre Beschäftigten, die Forschung und die Allgemeinheit öffnen.“
Paul war Bundespolizist und arbeitete in unterschiedlichen Bundespolizeiinspektionen. Danach studierte er Rechtswissenschaften in Münster sowie Berlin und schloss dort sein erstes Staatsexamen ab. Seit Februar 2025 befindet er sich im Rechtsreferendariat. Zwischenzeitlich arbeitete Paul bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. unter anderem im Projekt „MachMeldung!“ für einen besseren Hinweisgeberschutz in der Polizei.
Oliver ist seit vielen Jahren Polizist in Berlin und Gründer von BetterPolice. Er macht auf rechtsextreme Strukturen, Rassismus und Gewalt in der Polizei aufmerksam und bringt diese Innensicht in die gemeinsame Arbeit für eine demokratische, menschenrechtsorientierte Polizei ein.
„Die Polizei verfolgt keinen Selbstzweck! Wir brauchen eine Polizei – aber nicht diese. Unsere Demokratie braucht Verfassungshütende, die fest auf den Werten von Grund- und Menschenrechten steht. Doch aktuell wird die öffentliche Debatte von rechtskonservativen Stimmen dominiert, sie werden gar als Experten wahrgenommen. Dem wollen wir eine konstruktive Perspektive entgegensetzen.“
Oliver ist seit 27 Jahren Polizist bei der Polizei Berlin, seit mittlerweile 14 Jahren übt er öffentlich und mit zunehmender Reichweite Kritik an der Polizei und hat 2021 die Initiative “BetterPolice” gegründet. Er verarbeitete seine Beobachtungen zu rechtsextremen Chatgruppen, rassistischem Verhalten, Gewalt und Diskriminierung bei der und durch die Polizei in seinem Buch “Ich kämpfe für eine bessere Polizei”.